Kryo - Die Erste · Tagebuch

Zyklustag 19 – 28.05.2015 – Wie war das noch gleich?

Was verläuft eigentlich normal? Bei mir natürlich selten, zumindest was das Thema Kinderwunsch und schwanger werden betrifft. Aber bevor ich dazu komme berichte ich wohl erst mal der Reihe nach.

Von einer lieben Bloggerin bekam ich Dienstag noch den Hinweis, das der leicht bräunliche Schmier den ich hatte, eventuell von einem schlechten Zusammenspiel aus Östrogenen und Progestan kommen könnte. Das ist mir nicht sofort in den Sinn gekommen, habe ich aber tatsächlich schon mal irgendwo gelesen. Und vermutlich hatte sie recht. Denn kaum hatte ich meine zweite Dosis Progestan intus, war davon nix mehr zu sehen. Und einen Tag später beim Ultraschall auch nicht.

Am Dienstagnachmittag rief ich beim Biologen an, weil ich dann doch noch wissen wollte wie viele Embryonen sie auftauen mussten und wie viele sich weiter entwickelt haben. Es wurden wie besprochen erst einmal nur zwei aufgetaut, von denen auch beide vital waren, was wohl so viel bedeutet, das sie sich geteilt haben und man nur noch abwarten konnte. Ob sie es auch weiter schaffen würden, sähe man auch erst am Tag des Transfers. Das haben sie auch offensichtlich, denn ich erhielt keinen Anruf am gestrigen Morgen, weswegen ich mich um 09:30 Uhr auf den Weg in die Klinik machte. Ich war relativ entspannt, hab auf der Fahrt gesungen und mich nicht über bescheuert fahrende Autofahrer aufgeregt.

Angekommen, fand ich natürlich keinen Parkplatz mehr in der Tiefgarage und so entschloss ich mich auf der gegenüberliegenden Seite zu parken. Da sind allerdings nur Parkplätze für die plastische Chirurgie Praxis (im gleichen Haus wie meine Ärztin) und andere Praxen/Firmen. Aber wo sonst parken? Alles andere war belegt und ich wollte nach dem Transfer nicht noch ewig weit laufen müssen. Meinen Mann konnte ich ja leider nicht mitnehmen und eine Freundin konnte leider nicht. Deshalb war ich alleine. Also ging ich das Risiko ein und parkte trotzdem da wo ich eigentlich nicht durfte. Das lenkte von der aufkeimenden Nervosität des Transfers ab, so dass ich mir mehr Sorgen um mein Auto gemacht habe als um das was gleich kam. Aber ich hab versucht mir einzureden, woher die den wissen sollen, dass ich mich nicht in der Praxis für plastische Chirurgie befinde, sondern eine Etage tiefer in der Kinderwunschklinik? Sollte mich einer beobachtet haben, hätte er mich ja auch jeden Fall in das richtige Gebäude gehen sehen. Natürlich hätte man auch da fragen könne, wem den der kleine rote Wagen da gehört und keiner hätte geantwortet, aber soweit wollte ich gar nicht denken. Im Nachhinein klingt das total lächerlich. Immerhin hat es mich abgelenkt.

Drinnen bekam ich dann gleich meine erste HCG Spritze. Dafür musste ich mir wie beim letzten Mal Brevactid holen. Relativ schnell ging es dann zum Transfer und dann ging die „kleine“ Katastrophe auch schon los. Führungskanüle lag, die mit den Embryonen wurde eingeführt und dann doktorte sie etwas da unten herum. Und es schien länger zu dauern als beim letzten Mal. Sie erklärte beim rausziehen der zweiten Kanüle sei etwas Schleim mit raus gekommen, den habe sie jedoch aufgesogen, damit er Biologe nachsehen kann ob die Embryonen mit drin sind. Da schob ich schon Panik, dass die zwei Kleinen nun einfach weg sind und ich ohne sie wieder nach Hause muss. Das sie nun entweder in der Kanüle hängen oder irgendwo zwischen Gebärmutter und Ausgang, wo sie nicht hin sollen und wo sie einfach „sterben“ werden. Beide Kanülen waren jedoch leer bzw. es waren keine Embryonen zu sehen. Beruhigt hat mich das nur bedingt. Doch sie versicherte mir, das der Schleim nicht aus der Gebärmutter kam, sondern vom Gebärmutterhals und die Embryonen schon da sind wo sie auch hin sollen. Das zum Thema was läuft eigentlich normal. Ich muss ihrer Aussage natürlich vertrauen, es bleibt mir nichts anderes übrig, aber so ganz sicher bin ich mir nicht. Nur leider kann man auf Ultraschall oder sonstigen Geräten ja nicht sehen ob die zwei Äffchen auch da sind wo sie hin sollen. Mit einem Mikroskop kann man ja leider nicht in die Gebärmutter gucken. Also was mache ich? Vertrauen haben… denn alles andere nützt mir eh nichts. Stress brauch ich nicht, Angst brauch ich nicht und alles was dazu gehört auch nicht.

Ich bin dann noch ein paar Minuten liegen geblieben und hab meinen Äffchen gut zu gesprochen. Aber dann gings ab nach Hause. Mein Auto war übrigens noch da!

Zu Hause habe ich mir Ruhe gegönnt. Habe ausnahmsweise den ganzen restlichen Tag nur „Supernatural“ geguckt und mir was zu essen bestellt, statt selber gekocht. Das, so dachte ich, kann ich mir auch mal gönnen.

Später schrieb ich noch mit meinem Mann, der mir sagte er habe gegen 8:00 Uhr unserer Zeit im Fahrkartenautomat einen Dollar gefunden. Er habe den Dollar dann später im Casino verspielt, aber verloren. Er meinte das bringt sicher Glück. Nach dem Motto Pech im Spiel, Glück in der Liebe. In dem Fall Glück für den Kindersegen. Ich fand das sehr süß und ich schmunzle noch jetzt über den Gedanken.

Allerdings fand ich auf dem Rückweg des ersten ICSI Transfers auch einen Cent auf der Straße. Das hat mir aber leider kein Glück gebracht. Das muss jetzt natürlich nicht so sein. Und ich bleibe auch positiv. Bisher bekomme ich das ganz gut hin, nicht die ganze Zeit dran zu denken, aber es sind ja auch nicht mal 24 Stunden seit Transfer. Die richtig lange Wartezeit kommt ja erst noch.

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8 Kommentare zu „Zyklustag 19 – 28.05.2015 – Wie war das noch gleich?

    1. Nein, dieses Mal habe ich leider keine Bilder bekommen. Ich habe später auch vergessen zu fragen. Es waren aber wohl schöne Mehrzeller, die sich durch die Kryo Konservierung gebissen haben und jetzt auch hoffentlich in mir! :o)

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  1. Mir geht es auch erstaunlich gut. Ich wundere mich sogar fast ein bisschen, das es mir so gut geht (also ähnlich wie bei dir). Natürlich meine ich hier und da ein ziepen und zwicken zu spüren, aber darauf bilde ich mir nichts ein. Im Großen und Ganzen fühle ich mich gut und spüre den Tag über kaum etwas.
    Egal was in den nächsten Tagen/ Wochen noch kommt, davon lasse ich mich wenn möglich nicht verunsichern. Das kann alles und nichts sein. Denn wie du schon sagst andere merken auch nicht das sie schwanger sind und das angeblich manchmal sogar über Monate. Wir aber hören jeden Tag ins unseren Körper hinein und deuten alles was es zu sehen und zu spüren gibt. Deshalb ist das für uns anders als bei „normalen“ Frauen, die natürlich schwanger werden.

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