Tagebuch

Zyklustag 7 – 22.06.2015 – Es gibt wieder etwas zum ärgern

Die Blutungen sind nun rum und ich bin froh darum. Zwar bin ich in gewisser Weise froh das es da nicht auch noch Komplikationen gab, aber schöner wäre es ja gewesen 9 Monate mal nicht zu bluten. Aber gut. Das wird ja hoffentlich bald auch kommen.

Allgemein war mein Wochenende geprägt von ein wenig Arbeit, einem Kinoabend und dem Besuch meiner Oma im Pflegeheim, da sie Geburtstag hatte. Von der Arbeit brauche ich wohl nicht berichten. Putzen und bügeln ist nicht so interessant, wie ein Kinoabend. Der war durchaus interessant. Fifty Shades of Grey stand auf dem Plan, weil ich den im Kino nicht gesehen hatte (ja, ja ich weiß :o) Der Film an sich war wirklich ganz gut und nicht ganz so schlimm wie das Buch. War allerdings doch überrascht, wie viel man eigentlich sehen konnte. Zum „Softporno“ hat jedenfalls nicht mehr viel gefehlt. Was an dem Abend aber viel wichtiger war, ich konnte mich endlich mal mit allem richtig schön auskotzen. Nicht das ich das hier nicht auch tun könnte und würde, mache ich ja durchaus, aber es ist immer noch etwas anderes, jemanden direkt vor sich sitzen zu haben. Diese Person bedeutet mir wirklich einiges und ich hatte bereits öfters angesetzt auch das schwierige Thema Kinderwunsch mit ihr zu besprechen, weil es in meinem Umkreis, von meinem Mann abgesehen, keinen gibt mit dem ich das wirklich ernsthaft besprechen könnte. Von meiner Seite der Familie bekomme ich nur zu hören ich soll mich nicht stressen (jahaaa als wenn ich das nicht selber wüsste) und die einzige andere außenstehende Person die davon weiß, hat genug eigene Probleme weshalb wir meist dann gleich auf ihre Probleme zu sprechen kommen.

Ich war also entsprechend froh, vor allem weil besagte Person schon geahnt hatte und im Prinzip schon wusste, dass da im Bezug auf Kinderwunsch etwas nicht stimmt. Das hat mich ehrlich gesagt nicht mal überrascht und im Nachhinein frage ich mich warum ich nicht doch früher auf sie zugegangen bin. Wie es ausgerechnet am Samstag dazu gekommen ist, weiß ich eigentlich auch nicht. Es passte einfach und wir kamen dem Thema so nahe, das es am Ende einfach keine Rolle mehr gespielt hat und ich einfach alles erzählt habe. Es fühlte sich nicht falsch an und in gewisser Art und Weise sind wir beide uns etwas näher gekommen, auch wenn das ein Thema ist, welches man nicht mal eben erzählt und verdaut werden muss.

Der Besuch bei meiner Oma lief hingegen ab wie immer. Ich gebe euch da keine Einzelheiten weiter, nur kam hier ein Thema auf, über welches ich mir nun doch Gedanken mache. Hierbei ging es um den MRSA Keim. Soweit ich weiß, kann man gegen den Keim nicht direkt etwas machen. Jeder hat diesen Keim auf der Haut, wo er wohl ungefährlich ist. Gelangt er jedoch in den Körper, kann es gefährlich werden. Meist bleibt das aber komplett unentdeckt und man lebt einfach damit. Übertragen wird es durch Tröpfcheninfusion, also mehr oder weniger enger Körperkontakt. So ganz genau weiß ich das alles aber auch nicht.Wie man auf das Thema kam weiß ich nicht mehr genau. Ich weiß aber dass das im Pflegeheim auch einige Leute haben. Mir stellte sich nun allerdings die Frage, ist dieser Keim ein Hindernis für eine Schwangerschaft, sollte man diesen aufgenommen haben? Ich meine ich knutsche weder meine Oma noch irgendwelche anderen Patienten ab und komme ihnen auch sonst nicht so nahe und wenn hätte ich Schutzkleidung an. Das Pflegepersonal hat nicht mal das! Die kommen einfach rein, hantieren da mit den MRSA Patienten herum, haben dabei aber weder Kittel, noch Mundschutz an. Das habe ich schon sooft beim vorbei gehen gesehen, weil die Zimmer teilweise mit einem Zettel markiert sind. Also kann das doch gar nicht alles so schlimm sein… oder? Aber gut das ist wieder ein anderes Thema. Was mich halt nur beschäftigt ist, ob da irgendwelche Hindernisse entstehen, sollte man den Keim haben/bekommen und schwanger werden wollen, denn das betrifft mich ja. Doch leider finde ich dazu nichts. Außer dem üblichen, das man MRSA Patienten in der Schwangerschaft nicht zu nahe kommen sollte. Nur soweit bin ich ja leider noch nicht.

Geärgert hat mich am Wochenende die neue „Idee“ der Jungen Union. Ich weiß nicht ob ihr davon gehört habt. Es ist noch nichts Genaues und das Thema gabs vor ein paar Jahren schon einmal, aber aufgeregt hat es mich trotzdem. Es ging darum das jede Familie mit einem Neugeborenen 1.000 Euro erhalten soll. Finanziert werden soll das von kinderlosen Menschen mit 1% vom Bruttoeinkommen. Es ist wirklich sehr löblich, dass sich Gedanken um Familien gemacht wird und darum wie man die Geburtenrate steigern und Familien unterstützen kann. Doch meiner Meinung nach ist das Ganze nicht wirklich durchdacht. Denn was ist mit den Paaren, die ein Kind wollen aber keins kriegen können? Sollen die etwa auch dafür zahlen? Werden demnach also nochmal dafür bestraft und zahlen doppelt? Warum wird nicht eher daran gedacht kinderlosen Paaren (die ein Kind wollen) dabei zu helfen ein Kind zu bekommen. Ich will gar nicht wissen wie viele Paare sich eine künstliche Befruchtung gar nicht leisten können, weil sie die finanziellen Mittel einfach nicht haben. Somit müssen sie ihren Traum von einem Kind gleich zu den Akten legen und sollen dann auch noch dafür zahlen. Geht gar nicht. Das fände ich wenn überhaupt nur dann in Ordnung, wenn die Politik auch endlich mal eine staatliche Unterstützung in allen Bundesländern für künstliche Befruchtung bietet oder die Krankenkassen „gezwungen“ werden einen höheren Anteil mitzutragen. Wie seht ihr das?

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7 Kommentare zu „Zyklustag 7 – 22.06.2015 – Es gibt wieder etwas zum ärgern

  1. Bestimmte Krankenkassen (z.B. Knappschaft, IKKclassic) übernehmen 3 IVF bzw. ICSI-Zyklen der Kinderwunschbehandlung und die Versuche der Inseminationen komplett. Das hat sich im Gegensatz zu den letzten Jahren nun verändert 🙂

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    1. Als Kinderwunsch Patientin weiß ich das natürlich ;o) Doch was ist mit Privatversicherten? Oder unverheirateten Paaren? Da zahlt das niemand? Oder was wenn man seine Krankenkasse nicht wechseln kann oder will? Diese Menschen haben nach wie vor das Problem das es in keinster Weise unterstützt wird.

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  2. Nur kurz, weil ich quasi in Vorbereitungen und Terminen für und vor dem Urlaub ersticke, aber: Das Thema das höhere Steuern für Kinderlose Paare ist mittlerweile bei jeder Partei mindestens einmal Thema gewesen seit ich mich mit dem Thema Kinderwunsch auseinander setze, also seit den letzten 7 Jahren häufiger. Die erfinden das Rat da nicht neu, die letzte große Diskussion war als die SPD mal damit anfing die ja nun ganz furchtbar dagegen ist. Politik und Kinderwunsch vertragen sich einfach nicht. Ich persönlich finds ganz unmöglich, weiß gar nicht wie oft ich mich da schon drüber aufgeregt habe. Ich hoffe einfach das niemand jemals mit so einem Schwachsinn durchkommt.

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