Schwangerschaft - Tagebuch

SSW 26 – 25+2 – Geburtsvorbereitungskurs Part 3

  • Gymnastik
  • Geburtsphasen
  • Saugglocke, Geburtszange, Kaiserschnitt
  • Entspannung und Schmerztherapie

Schon wieder Donnerstag und somit ein Abend mit vielen, vielen Informationen. Und weil das so viel war, bau ich das heute ein bisschen anders auf und berichte einzeln zu den oberen Punkten. Ich bin mal gespannt wie viel Text es am Ende ist:

  1. Gymnastik

Schon beim eintreten war klar was heute anstand. Gymnastik. Matten auf dem Boden, Gesundheitsbälle überall im Raum verteilt. Das lag da natürlich nicht grundlos rum und so begannen wir mit ein paar Übungen, die man auch später im Kreisssaal gebrauchen kann, um Wehen zu veratmen oder sich zu entspannen. Kreisen des Beckens auf dem Ball, mit den Armen auf dem Ball liegend, auf dem Ball hüpfend, im Vierfüßlerstand auf der Matte, Beckenboden Übungen und, und, und. Zum Schluss noch eine „Wehensimulation“ an der Wand, bei der man an der Wand in die Hocke geht und eine Minute lang einatmete und laut und lange wieder ausatmet. War ok, aber naja, es gab viel gekicher und irgendwie waren alle nicht ganz so motiviert. Vor allem die Männer nicht.

  1. Geburtsphasen

Kurz angerissen wurden einige Geburtspositionen. Ich hab ein paar davon fotografiert, eine durfte ich auch mit meinem Mann nachmachen (ja, ich hab mich voll gefreut!). Doch näher drauf eingegangen sind wir letztlich nicht, da jede Frau für sich eine Position finden muss.

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Ich war schon mal bei einer Geburt dabei. Allerdings war das eine Sturzgeburt und es ging alles so wahnsinnig schnell das ich eigentlich nicht viel mit bekommen habe. Zumal ich so mit Adrenalin vollgepumpt war, das ich auf gar nicht viel geachtet habe, außer das es das Kind warm hat und mir die Mutter nicht abnippelt. Ich kann mich auch nicht mehr an viel erinnern. Nur an ein Haufen Handtücher, die irgendwer, keine Ahnung woher, geholt hat und das Baby das dann kurz danach schon da drin lag und gebrüllt hat. Deshalb ist so eine Erfahrung wohl nicht vergleichbar mit einer normalen, spontanen Geburt und den daraus resultierenden Geburtsphasen. Über die Eröffnung gab es ja bereits letzte Woche einen Bericht. Heute ging es dann weiter was passiert wenn man erst mal Wehen hat. Natürlich muss sich erst mal der Muttermund 10 cm öffnen, so dass das Baby hindurch passt. Die Hebamme hat uns gezeigt wie sich das Baby dann ins Becken dreht und was die Gebärmutter (natürlich mit Hilfe von Mutter und Kind) alles leistet um das Kind raus zu bekommen. Im Idealfall kommt der Kopf zuerst, Gesicht etwas seitlich wenn ich das richtig verstanden habe. Es gibt natürlich auch Sternengucker. Manchmal kommen auch Kinder mit intakter Fruchtblase zur Welt, aber meistens wird sie noch unter Geburt aufgestochen. Das Hütchen mit welchen das geschieht hat sie uns auch gezeigt. Zunächst wird etwa ein Zentimeter vom Kopf geboren und mit den kommenden Wehen dann der Rest vom Kopf. Hier hat sie uns vorgewarnt das es passieren kann dass das Köpfchen blau anläuft und da unten eben ein blaues Kind raus guckt, weil die Muskulatur der Mutter alles etwas abklemmt. Das kann bis zu drei Minuten dauern. Man braucht sich aber keine Sorgen machen, da die Nabelschnur ja immer noch funktioniert. Das Baby wird aber ausreichend versorgt. Ich finde die Vorstellung aber trotzdem etwas beklemmend. Nun muss sich das Baby mit den Schultern so drehen das es ebenfalls durch passt. Das macht der Körper normalerweise von ganz alleine und es kommt nur selten vor das man da nachhelfen muss. Sobald das dann von statten gegangen ist, kommt der Rest des Körpers automatisch und das Kind ist geboren. Haben eure Hebammen/Geburtshelfer euch dazu aufgefordert nach dem Köpfchen zu greifen als es geboren wurde? Bzw. würdet ihr das machen wollen? Und wäre oder war es euch unangenehm wenn der Partner auch mal schaut?

Sofern das Kind vital ist kommt es sofort auf die Brust der Mutter und die Nabelschnur wird abgetrennt. Man kann damit auch warten oder sie auspulsieren lassen, was wohl heute ‚modern‘ geworden ist. Das ist nicht gefährlich, aber es besteht die Möglichkeit einer Blutarmut beim Kind, falls Blut wieder zurück in die Nabelschnur fließt. Abschließend wird dann noch die Plazenta geboren. Das soll aber nicht mehr weh tun, sondern nur noch mit einem gewissen Druck verbunden sein.

  1. Saugglocke, Geburtszange, Kaiserschnitt

Eine Geburtszange hab ich schon mal gesehen. Wie ich mir allerdings eine Saugglocke vorstellen muss, war mir nicht so ganz klar und war dann etwas überrascht als ich dieses handbetriebene, Einmalgerät gesehen habe (siehe Foto). Und als wir das alle mal ausprobieren durften, da war mir gleich klar, das ich nicht möchte das mein Kind so zur Welt kommt. Es ist kein richtiger Schmerz, aber es zwirbelt ganz schön und ich hatte das nur am Arm (ihr seht ja was das da hinterlassen hat). Wenn ich mir vorstelle dass das Kleine das am Kopf hat… neee das tut mir schon beim drüber nachdenken weh.

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Da erscheint mir die Zange ganz harmlos. Ist sie natürlich auch nicht, denn die muss ja irgendwie zwischen Kopf vom Kind und Mutter. Das soll weh tun, allerdings nicht dem Kind sondern nur der Mutter. Ich finde beide Varianten erschreckend und hoffe das wir keins von beidem brauchen.

So verhält es sich auch mit dem Kaiserschnitt. Obwohl ich Respekt, nja vielleicht sogar Angst, vor einer natürlichen Geburt habe, möchte ich keinen Kaiserschnitt (außer BEL). Ich möchte wenn möglich zeitnah mit dem Baby zusammen sein, ich möchte die bessere Variante für das Baby wählen und das geht halt nur bei einer spontanen Geburt. Auch wenn mir nun alle gesagt haben, dass das Kind bei einem Kaiserschnitt wieder zur Mutter kann. Das ist einfach nicht dasselbe. Zumal ein Kaiserschnitt zwar ein Routine Eingriff ist, aber mit Schmerzen nach der Geburt von statten geht, die ich dann sicher nicht gebrauchen kann. Ich hab auch Respekt vor der PDA oder SDA. Auch etwas was nicht ohne Risiko ist.

  1. Entspannung und Schmerztherapie

Hier sollte jeder für sich separat notieren, was wir denken wie man unter der Geburt entspannen oder was Schmerzen lindern kann. Unsere gemeinsamen Ergebnisse seht ihr wieder auf dem Bild. Ich bin gespannt was davon mir unter der Geburt hilft und wie weit ich gehen werde. Mein Mann wollte im Auto noch wissen ob ich eine PDA möchte. Möchte ich wenn möglich eigentlich nicht. Aber die Option würde ich mir offen lassen, wenn ich nicht mehr kann oder ich die Schmerzen doch nicht aushalte.

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Mein Fazit zu dieser Woche Geburtsvorbereitung: Gut! Bis auf ein, zwei Übungen auf die ich hätte verzichten können, fand ich die zwei Stunden diesmal sehr hilfreich, informativ und interessant. Die Geburtsphasen und alles was damit zusammen hängt aus Sicht einer Hebamme erklärt zu bekommen ist jedenfalls nicht alltäglich. Erfährt man noch nicht mal unbedingt im Fernseh etc.

Und in zwei Wochen folgen diese Themen:

  • Bonding
  • Frühwochenbett
  • Kreisssaalführung

 

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7 Kommentare zu „SSW 26 – 25+2 – Geburtsvorbereitungskurs Part 3

  1. Huhu, ich mal wieder. *gg*
    Haben eure Hebammen/Geburtshelfer euch dazu aufgefordert nach dem Köpfchen zu greifen als es geboren wurde? Bzw. würdet ihr das machen wollen? Und wäre oder war es euch unangenehm wenn der Partner auch mal schaut? Ich kann zwar (noch) keinen persönlichen Bericht liefern, aber es war bei uns Thema. 😉

    Die Hebamme hat bei uns davon abgeraten, dass der Mann auch mal nach dem Köpfchen schaut. Zum einen, fühlt man sich als Frau eh schon sehr entblößt und für den Mann kann es aber auch ein Schock sein, wie es „da unten“ während der Geburt aussieht. Grundsätzlich muss es aber natürlich jeder für sich selber entscheiden, aber unsere Hebamme hat beim Geburtsvorbereitungskurs empfohlen, dass der Mann am Kopf der Frau bleiben sollte.

    Mir persönlich wäre es vermutlich auch unangenehm, auch wenn ich es unter der Geburt nicht unbedingt mitbekommen sollte. Nach dem Köpfchen tasten könnte ich mir aber schon. Vielleicht gibt es noch einmal einen Motivationsschub.

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  2. Hallo, ich bin stille Mitleserin und wollte nur mal kurz meinen Senf dazu geben 😉
    Also ja, ich wurde aufgefordert nach dem Köpfchen zu greifen, aber ich hatte definitiv was anderes zu tun und sagte das auch 😂Mein Mann hat aber geschaut und er hat es gut verkraftet 😉 generell fand ich einfach alles spannend, wir haben uns die Plazenta zeigen lassen und erklären lassen und ja, wir haben die Nabelschnur auspulsieren lassen, da ich es genau anders rum gelesen hatte. Das die Babys, bei denen das gemacht wird, weniger mit Eisenverlusten rechnen müssen, da dieses Blut quasi noch dem Baby gehört 🤷🏻‍♀️ Es war auch einfach spannend die Nabelschnur pulsieren zu fühlen ^^ aber vllt waren wir in der Hinsicht freaks das wir das alles so spannend fanden 😂 Geh auf jedenfall ganz unvoreingenommen da ran, egal wie es andere erlebt haben, für dich wird es dein eigenes Erlebnis und das ist alles individuell. Ich fand es zB auch wahnsinnig faszinierend, dass der Schmerz und alles sofort vergessen waren als das Baby da war. Es kommt wie es kommt und egal wie, Hauptsache es sind alle gesund 🙂

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  3. Liebe Heartbeat! Meine Hebamme hat mich bei der Geburt auch aufgefordert nach dem Köpfchen zu greifen. Für mich kam das damals völlig unvorbereitet und ich habe das nicht gewollt. Ich fand die Vorstellung irgendwie merkwürdig. Auch beim zweiten Mal hab ich nicht am Köpfchen angefasst. Die Hebamme hatte danach gemeint, dass es manche Frauen anspornt, wenn sie fühlen dass das Köpfchen schon da ist und man es fast geschafft hat.
    Mein Mann ist auch am Kopfende geblieben und hat aber doch hingeschaut, als das Baby kam. Er fand es sehr faszinierend und meint bleibt ihn immer in Erinnerung sein Kind das erste Mal zu sehen. Er hätte es nicht missen wollen und findet mich danach immer noch attraktiv. Aber da ist sicher auch jeder anders.

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    1. Danke für deine Sicht. Ich kann mir das zum jetztigen Zeitpunkt nicht vorstellen hin zu fassen. Und anspornen würde mich das glaube ich auch nicht. Aber wer weiß was die Situation dann erst mal her gibt.
      Bei meinem Mann würde ich mir eher Sorgen machen das er umkippt. Die Gedanken in die andere Richtung sind zwar auch da, aber überwiegen nicht. Letztlich kann er selbst entscheiden ob er hin gucken möchte oder nicht. Wobei ich persönlich es schöner fände wenn nicht noch einer auf mich drauf guckt. Gucken ja eh schon genug x)

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  4. Hi Heartbeat! Ich habe eine kleine Anmerkung zur „Kiwi“. Mein Sohn ist 2015 auf die Welt gekommen, in einer hebammengeleiteten Beleggeburt im Krankenhaus. Es war eine für mich sehr positive Geburt und ich bin glücklich, dass alles so gekommen ist, obwohl sich das jetzt gleich anders liest:
    Ich bin 13 Tage über den Termin gegangen, als endlich die Fruchtblase platzte – Trotzdem wurde dann mit Cytotec eingeleitet, weil einfach keine Wehen kamen. Trotz Schmerzmitteln, PDA und Wehentropf kam es nach ca. 20h zum Geburtsstillstand. Der Kleine war aber fit und schon weit unten – also kam die Kiwi zum Einsatz. Ich riss und wurde geschnitten, aber dann war es ganz schnell vollbracht. 🙂 Der Kurze hatte 4,4kg und einen Kopfumfang von 39cm. Das hätte einfach anders nicht gepasst. Sein Köpfchen war leicht gerötet, aber eine Beule war kaum zu fühlen. Er war nach der Geburt topfit und hat auch ich habe bei ihm auch im Neugeborenenalter keine Auswirkungen der Saugglocke mehr bemerkt. Ich kenne viele Horrorgeschichten wegen solcher Geburtsverläufe, aber ich habe den Ärzten und vor allem meiner Hebamme absolut vertraut. Dann verliert auch die Kiwi ihren Schrecken. 🙂 Alles Gute für euch! ❤

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    1. Und angefasst habe ich das Köpfchen auch – ein krasses, starkes Gefühl. Ob es nun motiviert, sei dahin gestellt. Meinen Mann hat es auch vom Kopfende aus genug erschrocken. Bei Nummer zwei, die im nächsten Frühjahr kommt, bleibt er beim Großen und ich nehme meine beste Freundin mit ins Krankenhaus.

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