Schwangerschaft - Tagebuch

SSW 30 – 29+2 – Geburtsvorbereitung Part 6

  • Stillen und Brustpflege
  • Infos zum Beckenboden
  • Dammmasage und –pflege
  • Gedankenreise

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Frauenabend beim Geburtsvorbereitungskurs! Ich empfand den Abend als sehr angenehm. Obwohl ich es gut heiße das die Männer in den Kurs genauso einbezogen werden wie wir Frauen, war der Abend gestern ganz anders. Auf einmal wurden Kontakte hergestellt, gequatscht und geredet, wie in den letzten fünf Wochen zusammen. Ob die alle Hemmungen haben das alles vor den Männer zu erzählen? Jedenfalls hab ich mehr über jede einzelne erfahren als in der gesamten Zeit. Vielleicht ist ein Kurs nur unter Frauen doch besser!?

Wie dem auch sei, es gab natürlich keinen alkoholfreien Prosecco (das hatte mein Mann vorhergesagt, den mag ich aber sowieso gar nicht, ob nun mit oder ohne Alk), aber wir haben gemütlich auf Gymnastikbällen oder –Matten gesessen und dann auch schon begonnen. Zunächst ging es um den Beckenboden und wo dort welche Muskeln sitzen. Das führte unweigerlich sofort zum Thema Damm und was unter Geburt passieren kann. Sie hat uns gezeigt wie er reißen kann oder wie der Arzt schneiden würde, sofern das nötig wäre. Natürlich kann man vorher durchaus bereits vorbeugende Maßnahmen ergreifen um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Dazu gab es ein Probepäckchen eines Öls mit passender Beschreibung wie man es anwendet. Ich muss sagIMG_6550[1]en dass es tatsächlich nicht besonders toll aussieht und ich weiß auch nicht ob ich die Muße habe das regelmäßig zu machen, aber zumindest ölen kann man ja mal machen. Man kann natürlich auch Liebeskugeln tragen wenn man das möchte um da unten alles zu weiten. Die Hebamme hat davon aber abgeraten und meins wäre das auch nicht.

Das Thema Stillen hat jedoch die meiste Zeit des Abends in Anspruch genommen. Nicht nur weil das Thema meiner Meinung nach komplex ist, sondern auch weil wir alle einige Fragen gestellt haben. Stillen ist das normalste von der Welt, aber man kann auch viel falsch machen. Es ist ein Mythos, das der Milcheinschuss erst zwei bis drei Tage nach der Geburt stattfindet. Die Milch ist sofort vorhanden bzw. auch jetzt schon und wenn man das Baby nach der Geburt anlegt kommt da im Normalfall auch was raus. Das Baby verhungert also nicht und muss auch nicht zugefüttert werden. Man legt es meist zwischen 10 und 20 Minuten an, je nachdem ob es ein „Piranha Baby“ oder eine Schlafmütze ist. Die Brust kann zwischendurch gewechselt werden oder die andere ist dann eben später dran. Man muss nicht unbedingt beide. Wichtig ist halt das Kind nicht zu übeIMG_6551[1]rfüttern, da am Anfang nur 5 ml in den kleinen Magen passen. Daher auch immer drauf achten, das alle 2 bis 4 Stunden gestillt wird. Die verschiedenen Stillpositionen (wie sitzen/liegen, wie Kind halten und wo drauf achten, damit es richtig trinkt) wurden uns ebenfalls gezeigt, wobei auch exoten dabei waren, bei denen man das Kind auf dem Tisch ablegt. Ich glaube das lass ich mal. Die normale Seitenhaltung und die im Liegen, werden wohl die sein, die ich nutzen werde.

Abpumpen ist eigentlich nicht nötig, wenn man genug Milch hat. Auch nicht bei Milchstau oder Brustentzündungen, da das nur den Milchfluss nochmal anregt. Das macht dann keinen Sinn, sondern nur alles schlimmer. Zu Beginn soll man auch keinen Schnuller geben, da das Baby eine Saugverwirrung bekommen kann. Manche Babys nehmen dann einfach keine Brust mehr an.

Vor allem aber darf man sich nicht entmutigen lassen. Bis das Stillen klappt können schon mal zwei oder drei Wochen vergehen. Ich bin schon recht froh das sie das Stillen fördert und auch dabei hilft, aber man weiß ja nie was im Krankenhaus passieren wird. Wir sollen auf jeden Fall versuchen uns nicht zu viel rein reden zu lassen, IMG_6552[1]um Hilfe zu bitten wenn es eben sein muss und nicht gleich zum aufgeben zwingen zu lassen, wenn es eben nicht sofort gut  klappt.

Brustmassage, Milchförderung bei wenig Milch oder Regulierung der Milch bei zu viel (Pfefferminztee zum Beispiel), Stilleinlagen, Stillhütchen usw. wurden auch kurz besprochen.

Wir bekamen auch noch Bilder von den verschiedenen Stuhlgängen des Babys zu sehen. Der erste Stuhl des Babys wird Pechschwarz sein und wird deshalb auch „Kindspech“ genannt. Dann wird er langsam grünlich, wie Spinat und dann gelblich mit weißen Klümpchen. Das ist dann die unverdaute Milch, die das Baby noch nicht richtig verarbeiten kann. Erschreckt nicht wenn auch mal Blut in der Windel ist, bei Mädchen kann es nämlich auch mal zu einer vaginale Blutung kommen. Auch orange wirkende Ausscheidungen sind normal. Das Baby lagert während der Schwangerschaft Salze in der Niere, die diese Farbe haben, wenn sie ausgeschieden werden.

Zum Schluss gabs dann noch eine Gedanken-/Traumreise bei dem wir wenn wir wollten den Beckenboden an den richtigen Stellen trainieren sollten. Das ging in Form der Beschreibung einer Seerose die sich öffnet und schließt und einem Schwamm. Klappte ganz gut und war entspannend.

Ein ziemlich langer, aber informationsreicher Abend. Ich hab sicher die Hälfte gar nicht erst erwähnt und vieles muss ich auch noch rekapitulieren, aber ich denke so das wichtigste ist angekommen. Das war dann auch schon der vorletzte Abend. Letztlich haben wir diesmal die zwei Stunden etwas überzogen. Nächste Woche ist dann auch schon Schluss, und zwar mit folgenden Themen, wobei ich glaube dass wir das mit den Beschwerden eigentlich ja schon letzte Woche gemacht haben:

  • Beschwerden bei Neugeborenen
  • Familie werden

 

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12 Kommentare zu „SSW 30 – 29+2 – Geburtsvorbereitung Part 6

  1. Ich möchte auf jeden Fall auch versuchen zu stillen und nicht gleich aufzugeben falls es nicht klappt. Deswegen werde ich auch keine Flaschen oder ähnliches kaufen, denn zur Not ist es schnell gekauft und ich komme nicht in Versuchung. Bei uns haben sie bei der kreißsaalführung empfohlen, dass man einen Zettel nach der Geburt an das bettchen kleben soll, wenn man keinen Schnuller wünscht.

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    1. Hab auch nur zwei kleine Fläschchen zu Hause für den absoluten Notfall und auch nur weil mein Mann drauf bestanden hat. Er hatte Angst das am Wochenende mal irgendwas ist. Wobei ich dann meinte, das man im dorf sicher jemanden findet der im Notfall mit sowas aushelfen kann. Aber gut.

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  2. “Daher auch immer drauf achten, das alle 2 bis 4 Stunden gestillt wird.“
    Ahhh… ja, nee, tut mir leid, das ist aber so auch nicht 100% richtig. Natürlich soll man oft anlegen, damit die Milchbildung in Gang kommt, ABER wenn dein Baby schläft, dann lass es schlafen. Die meisten Kinder melden sich schon wenn sie Hunger haben. Ich bin damals bei der Großen im Krankenhaus fast verzweifelt weil ständig jemand im Zimmer stand und nervte ob sie denn mal wieder gestillt hätte.. sie wurde mir sogar mit grober Gewalt an die Brust gedrückt (und das in einem angeblich stillfreundlichen KH), was NICHTS gebracht hat außer dass sie fürchterlich brüllte. Ich war so gestresst, am liebsten wäre ich gegangen. Stellte sich raus, sie hatte anfangs nur alle 7 Stunden Hunger, und stell dir vor, sie hat nicht übermäßig abgenommen.
    Bei der Kleinen – anderes Krankenhaus – hatte ich eine Bettnachbarin, da wollte das Baby die ersten 1,5 Tage gar nicht trinken – und da hat man sie beruhigt und gesagt, sie soll es zwischendurch mal versuchen aber sich keinen Stress machen.
    Das fand ich super, hätte ich mir beim ersten Kind auch so gewünscht.

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    1. Ja, na klar. Wenn sie schlafen dann natürlich nicht ständig wecken. Hat sie auch gesagt. Nur wenn sie in einen Dauerschlaf fallen, dann soll oder kann man sie mal wecken. Aber eben nicht 10 Mal am Tag. Ich denk da auch ganz ähnlich und lass mich da hoffentlich auch nicht so sehr beirren. Das wird sich alles einspielen und finden.

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    2. Nee, stimmt so auch nicht.
      Es gibt Kinder, die sind anfangs so verschlafen, die schlafen die ganze Nacht durch, die Mama auch, ist total happy darüber und 24h später dann total verzweifelt, weil ihr Kind nun wach wird und Hunger hat, die Brust mit der Milchbildung aber noch nicht hinterherkommt, weil sie bisher nicht ausreichend stimuliert wurde.
      In den ersten Tagen sollte man IMMER anlegen, wenn die Kinder die typischen Stillzeichen zeigen (habt ihr die eigentlich auch durchgesprochen? Wahrscheinlich schon, denke/hoffe ich?) und bei verschlafenen Kindern sollte man schon alle 3 bis spätestens 4h wecken und probieren anzulegen. Natürlich nicht verkrampft und wenn die Kinder partout nicht trinken wollen, auch nach dem Wickeln nicht (super Tipp zum Wecken 😉 ) dann lässt man sie weiter schlafen, sollte dann aber die Brust per Hand entleeren, um die Brust zur Milchbildung anzuregen.
      Am Anfang ist da ja das sogenannte Kolostrum, das super konzentriert und wertvoll ist, mengentechnisch halt noch sehr wenig, die Kinder haben ja auch winzige Mägen.
      Und um den 3. Tag kommt dann der Milcheinschuss, das stimmt schon, da werden die Brüste dann total prall, heiß, riesig und die „richtige“ Muttermilch hat sich gebildet. Und um diese Milchbildung anzuregen ist es eben wichtig, dass die Kinder ausreichend saugen. (Oder die Brust eben auf andere Weise stimuliert wird. 😉)

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      1. Das stimmt natürlich.. Tut mir leid, ich bin da vielleicht auch etwas äh.. betriebsblind, da ich (leider?) auch immer viel zu viel Milch produziere und darum die Kinder auch trotz anfangs sehr langer Pausen (die Kleine hat die erste Nacht tatsächlich durchgeschlafen weil erschöpft durch die Geburt) ausreichend Nahrung zur Verfügung hatten. Von daher musste ich mich da nie stressen. Und vielleicht hat es mich auch deshalb so endlos genervt dass ich damals mit diesem “alle 4 Stunden“-Zwang so unter Druck gesetzt wurde, obwohl ich genau spürte dass ich und mein Kind eigentlich alles richtig machen.
        Ich denke beim Stillen ist es gerade wichtig, einigermaßen entspannt zu sein, und leider wurde mir das beinahe zerstört. Letztendlich muss man doch abseits aller Empfehlungen immer sehen, wie es in der jeweiligen Situation sinnvoll ist.

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      2. Ja das ist, wie ich finde, auch das allerwichtigste: es immer individuell zu betrachten und sich nicht zu stressen und auch nicht stressen zu lassen.
        Und gerade nach einer Geburt, voller Hormone und noch ganz überwältigt von allem ist es natürlich noch schwerer sich nicht von Außenstehenden stressen zu lassen.
        Ich glaube beim Stillen kann es helfen sich vorher ausgiebig zu informieren und dann aber auch nicht zu verkopft an die ganze Sache heran zu gehen, sondern möglichst auch intuitiv zu schauen: was braucht mein Kind gerade? Was brauche ich? Was sagt mir mein Bauchgefühl?
        Eine tolle, einfühlsame Hebamme, die nicht nach Schema F geht sondern individuell entscheiden und helfen kann ist da natürlich Gold wert!
        Leider ist nicht jede so und auf vielen Wochenbettstationen herrscht extremer Stress und Personalmangel und daher ist es nochmal wichtiger vorher so einiges gehört zu haben und in der Situation auf sich und seine Intuition zu vertrauen – die ist nämlich meistens genau richtig!
        Und dann sollte man sich auch nicht von Familie und Freunden verunsichern lassen, die – gerade auch was Stillen angeht – ja leider auch viel zu oft viel zu viele „gutgemeinte, aber schlichtweg falsche“ Ratschläge geben, die einen noch mehr verunsichern…

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  3. Besagte Dammmassage hab ich auch mit ner Freundin thematisiert… sie hat’s konsequent 4 Wochen vorher begonnen und hatte ne Traumgeburt ohne jede Verletzung. Saß kurz drauf sogar im Schneidersitz rum… so als motivierendes Beispiel. 😉

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    1. Ich weiß nicht… ich komm mir schon doof vor. Ölen und von außen massieren werd ich wohl machen, aber das alles von innen machen… ich werds mal ausprobieren…
      Schneidersitz ist aber auch kein Problem, oder wie meinst du das?

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